Einige Händler, die wegen eines Verstoßes gegen die Biozidverordnung abgemahnt wurden, wollen auf Nummer sicher gehen und schreiben einfach bei jedem Produkt den Biozidhinweis hin, egal ob Biozid oder nicht. Das erste Problem besteht hierbei natürlich aus verbraucherschutzrechtlicher Sicht, weil der Warnhinweis durch die extensive Verwendung verwässert und seiner Funktion nicht mehr gerecht werden kann. Auch stellt sich die Frage, ob der Warnhinweis bei einem Produkt, das gar kein Biozid ist, eine irreführende Werbung ist. Da man das Wort „Biozidprodukt“ nicht durch den Produktnamen ersetzen darf, bedeutet der Warnhinweis für den Käufer stets auch, dass es sich um ein Produkt mit entsprechender Wirkung handelt. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass ein Käufer seine Entscheidung aufgrund eines Warnhinweises trifft, weil er sich dadurch eine besondere starke Wirkung erhofft, wenn es schon ein Warnhinweis gibt. Man ist nicht auf der sichereren Seite, wenn man sein gesamtes Warensortiment unreflektiert mit allen möglichen Warnhinweisen versieht. Warnhinweise dürfen nur dorthin, wo sie hin müssen.