Ein weiterer typischer Fehler bei der Umsetzung der Biozidverordnung besteht darin, dass vom gesetzlich vorgeschriebenen Text abgewichen wird. Kleine Tippfehler dürften sicherlich als unwesentlich betrachtet werden. Mir ist kein Fall bekannt, in dem Tippfehler zu einer Abmahnung führten. Kritisch ist jedoch bereits die Verwendung des veralteten Warnhinweises, wie er einst in § 15a ChemG (alte Fassung) vorgesehen war. Anstelle von Biozidprodukten hieß es dort noch nur „Biozide“. Für das in der heutigen Gesetzesfassung verständliche Wort „Etikett“ verwendete der deutsche Gesetzgeber das Wort „Kennzeichnung“. Weniger spektakulär ist die Änderung von „Produktinformation“ in den Plural „Produktinformationen“.

Die neuen Bezeichnungen sind für den Verbraucher sicherlich verständlicher, wenngleich er oftmals mit dem Begriff „Biozidprodukt“ nicht wirklich sehr viel anfangen kann. Da die Änderungen dazu dienen, den Verbraucherschutz zu verbessern, besteht die Gefahr, dass man bei Verwendung des veralteten Hinweises eine Abmahnung erhält.

Neben der Verwendung des alten Hinweistextes ist jedoch immer wieder zu sehen, dass Händler das Wort „Biozidprodukte“ durch die Produktbeschreibung ersetzen. Das ist gesetzlich nicht zulässig. Das Gesetz schreibt ausdrücklich vor, dass das Wort „Biozidprodukte“ nur durch die Produktart, also z.B. Desinfektionsmittel, ersetzt werden darf.